Kinder- und Jugendarbeit in Kesseling

Ein Modellversuch in einem Dorf

Ursula Nordhaus-Angenendt

INITIATIVE der Kinder- und Jugendgruppe
KESSELING

so steht es seit einiger Zeit auf dem selbstentworfenen Kopf unserer Briefbögen, die wir für »amtliche“ Schreiben benutzen. BLÄTTCHEN der Kinder- und Jugendgruppe Kesseling – Staffel – Weidenbach so haben wir unsere Zeitschrift genannt, die wir seit unserem Bestehen herausgeben. Der Leser wird fragen: »Wer oder Was steckt hinter diesem Wir, das sich hier mit INITIATIVE und BLÄTTCHEN einführt?« Die Frage ist berechtigt. Unsere Antwort:

Wir stellen uns vor
Wir, das sind Kinder und Jugendliche aus den Ortsteilen Kesseling, Staffel, Weidenbach, die zusammen die Ortsgemeinde Kesseling bilden. Wir, das sind auch rund 15 engagierte Mütter. -Das Dorf Kesseling hat 700 Einwohner, von denen sind über 100 Kinder und Jugendliche im Alter von 4-17 Jahren. Und um sie geht es hier.

Diese Kinder und Jugendlichen bilden 7 Gruppen, die sich zu Gruppenstunden treffen. Da gibt es die Gruppe der ganz Kleinen, anfangs »Krabbelstube« genannt. Seit die meisten aus dem Krabbelalter herausgewachsen sind, nennen sie sich »Schlumpte«. Ihnen folgen dem Alter nach die »Spielkiste« und dann die »Spielrunde«. In der »Jugendrunde« treffen sich die Mädchen und in der »Jugendecke« die Jungen der Gruppe der 12 – 14jährigen, vorübergehend auf eigenen Wunsch getrennt. Die 15 – 17jährigen versammeln sich in der »Tee-Stube«. Im Ortsteil Staffel gibt es schon seit langem eine eigene Jugendgruppe, während die Kinder aus Weidenbach zu den Gruppenstunden nach Kesseling kommen. Die Gruppen werden von jeweils 2 – 4 Müttern geleitet.

So sind wir entstanden
Verglichen mit dem Alter unseres Dorfes -1962 feierte Kesseling 1 200-Jahrfeier – sind wir noch sehr jung, knapp zwei Jahre alt. Aber dennoch hat sich in dieser Zeit viel ereignet.

Da war seit langem schon die immer wieder geäußerte Meinung einiger Mütter, es müsse für die Kinder etwas angeboten werden; da war Ende 1987 die Initiative des Ortsbürgermeisters Ulrich und sein Raumangebot; da war die Einladung von Pastor Schneider zu einem Treffen aller Interessenten in diesem Raum; da kamen zu diesem Treffen viele Mütter und auch ältere Jugendliche – ein beredter Beweis für die Notwendigkeit unserer Arbeit. Das Ergebnis dieses Treffens war der Start in das, was wir jetzt »Kinder- und Jugendarbeit« nennen: wir begannen sofort mit der »Tee-Stube im Advent« für die älteren Jahrgänge der Kinder und mit einer »Mütterrunde«, in der sich die Bereitschaft der Mütter zeigte, eine Gruppe zu betreuen. Verständlich, daß dabei auch Hemmungen überwunden werden mußten, denn einige Mütter hatten durch die Vorbereitung ihrer Kinder und deren Freunde auf Erstkommunion und Firmung schon etwas Erfahrung im Umgang mit Gruppen Gleichaltriger, andere wiederum noch nicht. Gleichviel, wie unterschiedlich die »Erfahrung« war, wir begannen Anfang 1988 mit unserer Arbeit. Wir hatten auch gleich ein Thema für die ersten Gruppenstunden gefunden: Wir bereiten uns auf den Karnevalszug vor. Diese Idee war ein guter »Eisbrecher« für die noch Zögernden, und wir realisierten diese Idee mit vollem Erfolg. Im »Zooch« 1988 gab’s unseren ersten öffentlichen Auttritt, gleich mit sechs Gruppen waren wir dabei, die Kostüme selbst entworfen und geschneidert, versteht sich!

Dies sind unsere weiteren Aktivitäten:
Inzwischen waren wir schon ein 2. Mal im »Zooch« dabei, und der Zeitpunkt ist nicht fern, daß wir das 3. Mal dabei sein werden. In den dazwischenliegenden nun bald zwei Jahren war das Leben in den Gruppen durchweg lebendig; davon sprechen die insgesamt 30 Gruppenberichte, die in den bisher 6 Ausgaben unseres Blättchens erschienen sind. Wenn man diese Berichte auf die durchgeführten Aktivitäten hin befragt, so ist man baß erstaunt über die bunte Vielfalt, in der sich das Gruppenleben darstellt. Es würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen, wollte ich hier im Detail alles wiedergeben. Deshalb werde ich einige thematische Schneisen schlagen durch die Fülle unseres Gruppenlebens; dadurch möchte ich skizzenhaft und beispielhaft erhellen, was sich so tat.

Da ist zunächst einmal das gemeinsame Spie-len drinnen und draußen. Aus der Erinnerungskiste der Mütter und dem Erfahrungsschatz der Kinder werden altbewährte und neue Spiele hervorgeholt, wie z. B. »Die Reise nach Amerika«, der »Plumpsack«, die »Schnitzeljagd«, die „Ozeanwelle«, die »Chinesische Mauer« und viele andere. Eine Spende ermöglichte uns, Brett- und Lernspiele anzuschaffen, so daß an einzelnen Spieltischen unterschiedliche Spiele gespielt werden können.

Dann gibt es das Basteln: durchgängiges Prinzip dabei ist, daß mit einfachen Materialien und in altersgemäßen Techniken gearbeitet und die Phantasie der Kinder einbezogen wird. So wurden aus Wäscheklammern und farbigem Papier lustige Enten hergestellt, mit denen die Kleinen dann auch noch ein Wettrennen veranstalteten. Es entstanden Mäuse aus beklebten und bemalten Luftballons; auf Bierdeckeln wurden Osternester aufgebaut; aus herbstlichen Blättern und Früchten wurden Herbstbilder oder gar eine Eule gestaltet; aus Tonpapier wurden scherenschnittartig Fensterbilder hergestellt.

Auch Spazierengehen und kleine Wanderungen waren wichtig; hierher gehören ein Abenteuerspaziergang zum Steinerberg ebenso wie der zum Schulwald. Einmal ging’s zum Schwimmen; ein anderes Mal mit dem Fahrrad zum Fritten- und Eis-Essen. Unheimlich war’s bei einer Nachtwanderung und heiter bei einem Picknick im Grünen.

Auch das gemeinsame Essen fördert das Gemeinschaftsgefühl; da gab’s mal eine Waffelparty, ein andermal Osternester, von den Müttern den Kindern zur Osterüberraschung gebacken, und das »Ausgeblasene« der Eier für den Osterbaum für die Kirche lieferte die wichtigste Zutat für einen Eierschmaus. Die Möglichkeiten des Bolzplatzes zum Spielen und Grillen wurden voll genutzt.

Wenn hier versucht wird, knapp und detailliert etwas über unsere geselligen Aktivitäten mitzuteilen, ist es gerechtfertigt, auch über das so-ziale Engagement der Gruppen zu sprechen:

Die Diskussion über Umweltschutz führte zu der Entscheidung für die Flaschensammlung; die Schneidejungens – eine ehemalige Firmgruppe – helfen durch ihr Briefmarkenausschneiden mit am Brunnenbau in der 3. Welt; in einer vorweihnachtlichen Feier wurde die Frauengemeinschaft Kesseling außer mit Selbstgebackenem mit Liedern und Zaubertricks erfreut; in Staffel wird seit Jahren schon das ganze Dort von der Jugendgruppe zur Feier am 4. Advent eingeladen. Die ersten Blumenkästgen für das Geländer am Bach zur Verschönerung des Dorfes bepflanzte auf Anregung des Ortsbürgermeisters Ulrich eine muntere Jungenschar; den größeren Rest allerdings besorgten dann die Mütter, die auch im Folgejahr für den Blumenschmuck im Dorf sorgten. Und es waren auch die Mütter, die – zusammen mit der Tee-Stube – am Erntedanktag den Altarraum mit Erntekranz, Rebstock und Brotkorb und mit Früchten aus den Gärten des Kesselin-ger Tals angemessen schmückten.

Voraussetzungen für unsere Arbeit
In der pädagogischen Literatur und im pädagogischen Alltag wird die Jugendarbeit seit langem als dritte Erziehungs- und Bildungseinrichtung neben Elternhaus und Schule angesehen, und es ist unbestritten, daß der Jugendarbeit eine zentrale und unverzichtbare Aufgabe für die Persönlichkeitsentfaltung des jungen Menschen zukommt. Warum dies so ist? Die Schule stellt die für die Identitätsfindung des Heranwachsenden notwendigen Handlungs- und Erlebnisfelder nicht in nötigem Maße zur Verfügung, und das Elternhaus kann das Erfahrungsspektrum und die Betätigungsfelder für den heranwachsenden jungen Menschen auch nicht in der nötigen Bandbreite anbieten.

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Das Redaktionsteam bei der Arbeit fürs „Blättchen“.

So wird der Kinder- und Jugendarbeit ein Erzie-hungs- und Bildungsauftrag von vitaler Bedeutung zugewiesen. Dieser Tatsache entsprechen u. a. Kirchen und Kommunen vielerorts durch die Einrichtung von Häusern der Offenen Tür, Jugendheimen, Jugendtreffs etc.

Wie oben erwähnt, hatten etliche Kesselinger Mütter ganz allgemein die Vorstellung, daß ihren Kindern im Dorf »etwas angeboten« werden müsse. Diese Vorstellung war durchaus berechtigt. Ich selber hatte die Situation der Kinder und Jugendlichen in Kesseling seit 25 Jahren beobachtet und ständig vor dem Hintergrund meiner pädagogischen und psychologischen Studien und einer breit gestreuten Erfahrung im Umgang mit Gruppen jeglichen Alters reflektiert. Der Begründungszusammenhang, der mich zur Jahreswende 1987/88 bewog, meine Kenntnisse und Erfahrungen in den Aufbau der Kinder- und Jugendarbeit in Kesseling einzubringen, ist hier nicht relevant. Eines nur möchte ich hier ganz deutlich sagen: wenn nicht einige Mütter, ganz unabhängig von mir, ihr Unbehagen am »Fehlen von . . .« zum Ausdruck gebracht hätten und sich nicht bereit erklärt hätten, Zeit, Ideen und vieles mehr einzusetzen, hätte ich mich auch weiterhin nur im engen nachbarlichen Raum einigen Kindern zugewandt. Ferner bewog mich das Vertrauen, das einige ältere Jugendliche in unseren Beginn setzten, mich zu engagieren.

Mit unserem Bericht wollen wir ermutigen, sich auch in anderen Dörfern auf das Wagnis einzulassen, auf breiter Basis Kinder- und Jugendarbeit aufzubauen. Nach unserer Information geht auch schon in anderen Dörfern unseres Kreises die Initiative von Eltern aus, Kindern und Jugendlichen gezielt Angebote für deren Freizeit zu machen. Was hier mit »leichter Feder« niedergeschrieben scheint, mag den Eindruck erwecken, als sei »alles ganz leicht« gewesen, als gäbe es keine Probleme in unserem Alltag. Dem ist nicht so, doch davon soll hier und heute nicht gesprochen werden. – Und man wird uns berechtigterweise fragen, wie der Untertitel begründet wird.

Modellversuch in einem Dorf“
Unsere Arbeit bedurfte immer wieder der Reflexion. Dabei zeigte sich zunehmend folgendes Phänomen: beim Aufbau unserer Arbeit orientierten wir uns an den Strukturen und Verhaltensmustern des Dorfes. Das heißt im einzelnen:

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Die Kinder der „Spielkiste“ beim Basteln.

  • vorgegebene Gruppierungen bieten den Anhaltspunkt für die Gruppenarbeit (Cliquen, Freundesgruppen – wenngleich konzediert wird, daß hier auch Störquellen liegen für Rivalität u. dergl.);
  • »erfahrene« und von vornherein engagierte Mütter sind eher geneigt, eine Gruppe zu übernehmen als andere, die ein verständliches Zögern zeigen; indes ist es auch möglich, zunächst Zurückhaltende in die Arbeit einzubeziehen;
  • motivierte Erwachsene scheinen sich eher zu Gruppenleitern zu eignen als ältere Jugendliche, weil diesen durch die im Dorf gegebene unmittelbare Nähe zu den Jüngeren die Akzep-tanz fehlt oder weil sich ihr Interesse verlagert, wenn sie älter werden. Auf Dauer ist zu hoffen, daß Jugendliche, die jetzt Gruppenleben erfahren, zur Übernahme von Gruppen zu motivieren sind;
  • unsere Arbeit zeigt eine deutliche Berücksichtigung des Jahreskreislaufs, dessen Feste -vorzugsweise die kirchlichen – im dörflichen Bereich einen wichtigeren Stellenwert haben als in der Stadt. Hier gilt es anzuknüpfen.

In unseren Mütterrunden, in denen wir uns in loser Folge zum planenden Gespräch treffen, orientieren wir uns etwa wie folgt an den Fixpunkten des Jahres:

Winterausklang:

wir gehen im »Zooch« mit

Frühling
wir bereiten uns auf Ostern vor: Gespräche
über das Hungertuch, österliches Basteln,
Osterbaum für die Kirche, wir basteln für den
Muttertag

Sommer
wir wandern, picknicken, schwimmen,
spielen, machen eine Radtour, eine Nachtwanderung,
wir haben ein Sommer-Spiele-Fest

Herbst
wir wandern in den Herbstwald, sammeln Blätter
und Früchte, wir gestalten ein Herbstbild,
wir bereiten den Gottesdienst für den Erntedanktag vor,
gestalten den Altarraum aus und lesen die Texte

Winter
wir bereiten uns auf Weihnachten vor mit Backen,
Basteln, Singen, Spielen, wir gestalten eine
Adventsfeier für ältere Mitbürger bzw. für das ganze
Dorf, wir singen mit im Adventskonzert in der
Kirche und wir denken schon wieder an den nächsten »Zooch«.

Kinder- und Jugendarbeit in einem Dorf sollte sich also zunächst an die vorhandenen Strukturen und Verhaltensmuster anlehnen; sie sollte diese aber auch weiterentwickeln, damit die Arbeit eine Perspektive für die Zukunft hat.

Voraussetzungen für das Gelingen des Versuchs

Eine breit angelegte Kinder- und Jugendarbeit im dörflichen Bereich bedarf nach meinen bisherigen Beobachtungen und Erfahrungen folgender Voraussetzungen:

  • das uneigennützige Engagement einiger Mütter und/oder Väter (auch älterer Jugendlicher, die vorher in einer Gruppe waren), die die Notwendigkeit ihres Einsatzes erkennen;
  • verständnisvolle Gemeindemütter und -väter, die die Notwendigkeit der ideellen und praktischen Unterstützung der Kinder- und Jugendarbeit erkennen – was in unserem Fall u. a. durch die Übernahme der Trägerschart durch die Ortsgemeinde geschah – und denen es wichtig ist, den Kindern und Jugendlichen ihres Dorfes ein Raumangebot zu machen, das ihren Bedürfnissen entspricht;
  • die durchgängige Begleitung eines solchen Projektes durch das Kreisjugendamt in vielfältiger Weise, z. B. Beratung in Fragen von Zuschüssen, Angebot von Jugendbildungsveranstaltungen und Gruppenleiterschulungen (diese Angebote nutzen einige unserer Mütter), ständige Gesprächsbereitschaft des Kreisjugendpflegers, wie es für uns in beispielloser Weise durch Herrn Kniel gegeben ist; er initiierte auch für die mitarbeitenden Mütter das Spieleseminar der Kölner Werkstatt;
  • die konsequente Betreuung eines solchen Versuches durch eine sachkundige Hand – zumindest in der Aufbauphase, die in organisatorischen, pädagogischen, inhaltlichen u. a. Fragen sachkundig beraten kann, die Verärgerungen und Frustrationen auffängt, die alle Beteiligten in den Gesamtprozeß integriert, und die nicht zuletzt dafür Sorge trägt, daß der Prozeß eine Zukunft hat;
  • die konstruktive Zusammenarbeit mit bestehenden Jugendgruppen in den Nachbargemeinden;
  • wichtig ist in diesem Zusammenhang, daß das Vertrauen, das unserer Arbeit von den Jugendlichen entgegengebracht wird, eine Korrespondenz von Seiten aller Beteiligten erfährt. Wir können darauf vertrauen, daß die jungen Menschen die Angebote für ihre Freizeit;
  • gegenwärtige und künftige – nicht nur nutzen, sondern dies auch verantwortlich tun können. In meiner persönlichen Erfahrung hat sich eine gute Portion Vertrauen stets gelohnt;
  • weiter wäre zu wünschen, daß auch auf der Ebene der Verbandsgemeinde eine Fachkraft eingesetzt würde, die im Rahmen der Jugendpflege einen solchen Versuch unterstützend begleiten könnte.

Geselligkeit
Noch ein Wort zu den o. a. Verhaltensmustern; zu ihnen gehört ein ganz wichtiges, das gesellige Leben im Dort. Die Geselligkeit ist ein Grundbedürfnis des Menschen.2) Sie ist signifikant für das Leben im Dort, und zwar für das aller Generationen. Hier geht es um die Kinder und Jugendlichen. Sie treffen sich »an der Bushaltestelle« oder »auf der Brücke«, sie »gesellen sich einander zu«, tauschen ihre Erfahrungen aus über. Gott und die Welt, das Elternhaus, die Schule, die Erwachsenen, ihre Freunde, ihre Probleme, reden miteinander, scheinbar absichtslos, blödeln auch mal nur so rum. Diese dörflichen Treffs – nicht nur in Kes-seling, auch in anderen Orten ahrauf- und abwärts gibt es sie – haben funktionalen Wert; sie spiegeln die Sehnsucht nach dem Zusammensein mit Gleichaltrigen. Das bedeutet für unsere Arbeit, verstärkt solche Aktivitätsformen intensiv zu pflegen, in denen sich Emotionalität ausdrückt; dazu gehören das Spiel und das Spielen, das Singen und das Musizieren und nicht zuletzt das Gespräch, themenorientiert, aber auch zweckfrei. Das haben wir in der letzten Zeit in der Tee-Stube bei mir praktiziert. Dabei zeigte sich, daß es den jungen Menschen oft schon genügt, zusammenzusein an einem Ort, an dem sie sich wohlfühlen, dann kommen, ganz langsam, Gespräche auf…

Das Streben nach Zusammensein wird nur bedingt gestillt mit der Zulassung zu den Räumen während der Gruppenstunden. Junge Menschen mit ihrer Liebe zur Differenz und zur Geborgenheit in Kleingruppen brauchen eine »Höhle«, ein „solidarisches Nest«3), kurzeinen Raum, den sie in ihrer Weise ausschreiten können, um sich zu finden, einen Raum, der »janz denne es“.

Anmerkungen:

Im Sommer 1988 gab der damalige Landrat Dr. Egon Plümer die Anregung zu diesem Beitrag.

  1. Die Veröffentlichung des Ministeriums für Soziales und Familie „Verstärkung der Jugendarbeit im landlichen Raum-, Modell-Projekt des Landes Rheinland-Pfalz, Mainz 1984, erhielt ich erst nach Fertigstellung des Manuskripts. Deshalb wurde sie hier nicht berücksichtigt.
  2. Johannes Schilling. Freizeit und Geselligkeit, Inhalte der Qesellig-keitspädagogik, Kösel, München 1989′!
  3. Botho Strauß, zitiert bei Dietmar Mieth: Nostalgie, Concilium, Internationale Zeitschrift für Theologie, Matthias Grünewald, Mainz 1989, Heft 4