Ahrtal im Ginstergold

Wie schön du bist im gold’nen Schmucke,
den ich am liebsten an dir seh‘;
es leuchtet weit dein Prunkgeschmeide
im grünen Tal und auf der Höh‘.

Der Ginster blüht an allen Enden,
wo auch mein hungrig Auge schaut;
jetzt schöpfe ich mit vollen Händen
das Gold, und niemand es mir raubt.

Sie grüßen mich im Prachtgewande,
Berg Neuenahr, die Landeskron‘; –
ich steig‘ empor im Blütenrausche
um zu empfangen meinen Lohn.

Gold, Gold das mich im Glanze blendet,
in üpp’ger Fülle wogt daher,
an Hängen, Schründen sich verschwendet,
sich vor mir auftut wie ein Meer.

Es strömt hinab tief bis zur Ahre,
die eingefaßt, schön wie ein Bild,
den Rahmen trägt aus purem Golde
und fließt vorbei am Saatgefild.

O überall es rinnt und rieselt
und quillt aus steiler Felsenwand;
du meine liebe,‘ traute Heimat
loh’st wie ein einz’ger gold’ner Brand.

Da schwelgt mein Herz, wagt froh zu sagen
in Lieb‘ zu dir, dem vielen Gold:
dies Reis ziert nicht nur hoch die Eifel,
nein, es ist auch dem Ahrtal hold.

PAULA GERHARDS