Krankenpflegeschulen im Kreise Ahrweiler

VON HERMANN COMES

Die Krankenpflegeschule im Krankenhaus „Maria Stern“, Remagen, besteht zehn Jahre. Am 1. April 1963 wurde sie eröffnet. Der bisherige Erfolg hat ihre Einrichtung gerechtfertigt. In der dreijährigen Ausbildung kommen die jungen Mädchen mit allem in Berührung, was die Arbeit und der Einsatz einer Krankenschwester erfordert. Schwester Petra wies in diesem Zusammenhang darauf hin, daß heute mehr denn je die theoretische Ausbildung im Vordergrund steht. Sie sagte: „Ich lege aber auch großen Wert darauf, daß Schwestern am Krankenbett ausgebildet werden.“ Die Teilnehmerinnen des dreijährigen Lehrganges werden in allen Abteilungen des Krankenhauses eingesetzt: in der chirurgischen, internen und gynäkologischen. Sie kommen zu den Frauen, Männern und Kindern, zu den Neugeborenen, in den Operationssaal, in die Ambulanz und ins Labor.

Die Ausbildung beginnt mit einem Unterrichtsblock von vier Wochen, dann folgt der Einsatz auf den Stationen bei einem wöchentlichen Unterrichtstag. In jedem Jahr ist für jeden Kurs noch einmal ein solcher Unterrichtsblock von vier Wochen. Vor dem Examen ist ein weiterer vier- bis fünfwöchiger Kursus als Examensblock eingeplant. Der wöchentliche Unterrichtstag ist für jeden Kursus getrennt. Der Gesamtstundenplan vermittelt das Bild von dem, was in den drei Jahren hart erarbeitet werden muß. Es stehen an: Anatomie, Physiologie, Chemie, Physik, Staatsbürgerkunde, Soziologie, praktische Krankenpflege, Erste Hilfe, Chirurgie und innere Medizin, die einen ganz großen Raum einnimmt.

Foto : Kreisarchiv. Freigegeben unter Nr. 05121, Bezirksregierung für Rheinhessen Krankenhaus „Maria Stern“, Remagen

Schwester Petra bestätigt, daß die jungen Mädchen „ganz schön eingespannt sind“. Das aber setze Liebe zu diesem Beruf voraus. Die Mädels brächten Idealismus mit, ohne den es in diesem Beruf nicht gehe.

In der Ausbildungszeit wohnen die Schülerinnen in ihrem eigenen Heim in „Maria Stern“. Jedes Mädel hat sein eigenes Zimmer. Für ausreichend Freizeit ist gesorgt. Als Schulschwester ist Schwester Petra für alles verantwortlich, was geschieht. So für die theoretische Ausbildung, für den praktischen Einsatz auf den Stationen und fürs Internat. Die Gestaltung der Freizeit bleibt den Mädels selbst vorbehalten.

Die Leitung der Krankenpflegeschule haben Chefarzt Dr. Ncyscs und die jeweilige Oberin des Hauses, im Augenblick Schwester Edeltraud. Schwester Petra leitet die Schule in ihrem Aufgabenbereich von der Eröffnung 1963 an. Zu r Zukunft der Schule meint sie nach der Entwicklung in diesen zehn Jahren: „Ich möchte sagen, daß es aufwärts geht. Wenn ich es mit anderen Jahren vergleiche, so hatten wir im März 1973 schon zwölf Anmeldungen für den Kurs, der im Oktober beginnt.“ Das sei sehr erfreulich. Schwester Petra stimmt denen nicht zu, die der Jugend jeden Idealismus absprechen und in ihr nur Eigeninteresse vermuten. Aus der Erfahrung dieser zehn Jahre könne sie bestätigen, daß es viele junge Menschen gebe, die nicht den Beruf mit den größten Verdienstmöglichkeiten wählen.

Drei Jahre dauert ein Lehrgang, in jedem Jahr werden neue Schülerinnen aufgenommen. Es laufen zur gleichen Zeit immer drei Lehrgänge, die verschieden frequentiert sind. Die Teilnehmerzahlen liegen zwischen fünf und dreizehn. Im Augenblick sind insgesamt 23 Mädels auf drei Kurse verteilt. Sie kommen aus dem Kreis Ahrweiler, aus der Eifel, aus dem Saargebiet, von der Mosel und auch von der anderen Rheinseite.

Foto: Kreisbildstelle
Krankenpflegeschule und Wohnheim beim Krankenhaus „Maria Hilf“ Bad Neuenahr-Ahrweiler

17 Jahre müssen die Mädels alt sein und eine zehnjährige Schulausbildung oder eine andere Berufsausbildung nachweisen können. Die Teilnehmerinnen kommen mit Begeisterung an. „Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die, die mit viel Elan und Eifer gekommen sind, auch mit gleicher Begeisterung durchhalten“, sagt Schwester Petra. Fast immer blieben die Mädels nach dem Examen im Haus. Manchmal sei sogar der ganze Kurs geblieben. Das spricht für das Haus. Eine Frage stand noch offen: „Wie kommen die Mädels bei den Kranken an ?“ Im allgemeinen würden die Mädels akzeptiert, meint Schwester Petra. „Sie bringen mit der Hilfsbereitschaft das freundliche Wesen mit, das der Kranke liebt, das ihm wohltut.“

Hören wir drei Schülerinnen der Krankenpflegeschule. Christel Kaspers aus Aremberg (Eifel): „Ich habe diesen Beruf gewählt, weil ich gerne anderen Menschen helfen möchte.“ Marita Vogels, Remagen-Oedingen: „Ich wollte immer schon Krankenschwester werden. Es geht mir darum, helfen zu können. Schon von zehn Jahren an habe ich immer Kindern geholfen und sie beaufsichtigt.“ Claudia Spurk, Dillingen (Saar): „Der Entschluß Krankenschwester zu werden, reifte in mir von Jugend an. Eventuell gehe ich später in meinem Beruf in die Entwicklungshilfe.“

Soweit der Blick in die Krankenpflegeschule am Krankenhaus „Maria Stern“ in Remagen! Was hier gesagt wurde, gilt auch für die Krankenpflegeschule am Krankenhaus „Maria-Hilf“ in Bad Neuenahr-Ahrweiler, die am 1. August 1967 eröffnet wurde und im November 1972 das Wohnheim für die Schwesternschülerinnen mit anschließendem Schulneubau einweihen konnte. Am Krankenhaus „Maria-Hilf“ besteht seit 1. August 1967 auch eine Pflegevorschule, und ab 1. März 1973 kam noch eine Pflegehelferinnenschule dazu. Der Krankenpflege- und Pflegerinnenschule ist das St.-Josef-Krankenhaus in Adenau als Praktikantenstelle angeschlossen. Die Schulen am Krankenhaus „Maria-Hilf“ haben zur Zeit 169 Schülerinnen.Content-Disposition: form-data; name=“hjb1974.35.htm“; filename=““ Content-Type: application/octet-stream