Der Kyffhäuserkreis – Ergebnis der Kreisehe zwischen Artern und Sondershausen

Der Kyffhäuserkreis

Ergebnis der Kreisehe zwischen Artern und Sondershausen

Antje Burghardt

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Wappen des Kyffhäuserkreises.

Aus zwei mach eins – so könnte man kurz die Kreisehe zwischen Artern und Sondershausen auf einen Nenner bringen.

Am I.Juli 1994 wurden die beiden vorher eigenständigen Landkreise per Kreistagsbeschluß zum gemeinsamen Kyffhäuserkreis zusammengelegt. Damit hatte ein langwieriger Prozeß des Suchens und Findens nach einem geeigneten Partner sein glückliches Ende gefunden. Denn bereits 1992 machte man sich in den beiden Kreisen Gedanken, wohin man sich bei der vom Freistaat Thüringen vorgegebenen Gebietsreform orientieren sollte. Diese sah die Zusammenfassung der ehemals 35 Landkreise und Städte in nur noch 16 Landkreise und Städte vor, ein Unterfangen, das bis heute in einigen Landkreisen zu regionalen Befindlichkeiten führt. Von vornherein wurde in Sondershausen eine Allianz mit Artern favorisiert, gab es doch historisch gesehen bereits enge Verbindungen zu Teilen des erst 1952 gegründeten Landkreises. Das ehemalige Fürstentum Schwarzburg-Son-dershausen hatte einst bis weit hinter Bad Frankenhausen gereicht. Und nach dem Krieg erstreckte sich der alte Kreis Sondershausen bis Oldisleben und fast bis Artern. Ein Grenzstein zwischen Ringleben und Schönfeld weist noch heute auf die alten Kreisgrenzen hin.

Wie tief die geschichtlichen Wurzeln reichen, zeigte sich bereits beim Volksentscheid 1990 in Artern mit der Umfrage, ob Artern zu Sachsen-Anhalt oder Thüringen gehören wolle. Es gab über 20 % Stimmen – vor allem aus dem Frankenhäuser Teil – die für eine Auflösung des Kreises und den Anschluß nach Sondershausen plädierten.

Doch so einfach machte man sich in den kommenden Jahren die Entscheidung Pro Sondershausen nicht. Gerade aus dem Heldrunger Raum wurde immer wieder ein Zusammenschluß mit Sömmerda angestrebt, um damit näher an die Landeshauptstadt Erfurt und dem vermeintlichen „Speckgürtel“ der A4 zu kommen. Denn bereits wenige Monate nach der Neuaufnahme Arterns in den Thüringer Freistaat machte sich erste Enttäuschung und Resignation breit, da sich Kommunalpolitiker und Unternehmen nicht genügend von der Landesregierung unterstützt sahen und ein Schattendasein am Rande Thüringens fürchteten.

Die Sorge war nicht ganz unbegründet. Artern lag jahrelang in der Arbeitslosenstatistik mit an der Spitze, ganze Industrieteile brachen nacheinander nach der Wende weg (Kalibergbau, Maschinenbau, Landwirtschaft), die historisch gewachsenen Kontakte nach Sachsen-Anhalt wurden durch die neue Landesgrenze geschwächt und Neues war nicht in Sicht.

Nach der Abstimmung des Arterner Kreistages für den Zusammenschluß mit Sondershausen im Herbst wurden die Modalitäten für die „Kreisehe“ in Angriff genommen. Verstimmung bereitete den Artern vor allem der Verlust des Kreissitzes. Man befürchtete dadurch eine Reihe von Nachteilen und pochte auf Ausgleichsmaßnahmen vom Land Thüringen in Form der Verlegung der zentralen Bußgeldstelle von Suhl nach Artern. Damit sollte ein Teil der Arbeitsplätze in der ehemaligen Kreisstadt gesichert werden. Bis auf wenige Mitarbeiter ist das ganze Landratsamt in den vergangenen Monaten von Artern nach Sondershausen umgezogen. Die meisten Abteilungen und Ämter befinden sich im Hauptgebäude, dem ehemaligen Prinzenpalais der Fürsten, am Markt. Schulverwaltung, Kulturamt, Jugend- und Gesundheitsamt sind in Nebengebäuden in Sondershausen untergebracht. Großzügige Sprechzeiten sollen aber die Bürgernähe und das Zusammenwachsen im Ost- und Westteil des Kyffhäuserkreises fördern. Und die guten kulturellen Kontakte zur ArtenerPartnerschaftAhrweilerwerden seitdem Besuch von Landrat Joachim Weiler im Juli 1995 in Sondershausen wiederaufgenommen und fortgeführt.

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Blick auf Schloß Sondershausen

Der Kyffhäuserkreis
Landrat:Peter Hengstermann (CDU), seit 1990
Kreisstadt:Sondershausen (22.751 Einwohner)
Fläche: 1.035 qkm
Einwohner:99.065
Städte:9 (Artern, Bad Frankenhausen, Clingen, Ebeleben, Greußen, Großenehrich, Heldrungen, Sondershausen, Wiehe)
Gemeinden:65
Flüsse: Unstrut, Helme, Helbe, Wipper
Höhenzüge: Kyffhäusergebirge, Hainleite, Schmücke, Hohe Schrecke
Sehenswürdigkeiten: Kyffhäuserdenkmal, Bauernkriegspanorama, Possenturm, Schloß Sondershausen, Funkenburg Westgreußen, Weasserburg Heldrungen, Klosterturm Göllingen